Wer entlastet die Kautschukbäume?

Wer entlastet die Kautschukbäume?




Noch nicht „aus der Puste“

(01.04.2019) Industrie, Handel und Privathaushalte nutzen Kautschuk jeden Tag und überall. Fast unbemerkt begegnet uns der Rohstoff, der mittlerweile unentbehrlich in unserem Alltag etabliert ist. Die Nachfrage ist riesig, die Gewinnungsmöglichkeiten jedoch begrenzt. Mit fortschreitender Zeit und wachsendem Bedarf wird der Vorrat knapp.

Der Kautschukweltverband IRSG geht davon aus, dass bis 2024 circa 800 Millionen zusätzliche (!) Kautschukbäume notwendig sind, um die prognostizierte Nachfrage decken zu können. Was jetzt?

Entweder müssten die Bäume schneller wachsen oder die Menschen weniger benötigen. Beide Rettungsmaßnahmen klängen gut – liegen aber fern der Realität. Die Forschung sieht hier großen Handlungsbedarf. Zumal synthetisch hergestellte Nachahmungen den Naturkautschuk von seinen Eigenschaften her nicht ersetzen können.


Kann Löwenzahn die Kautschukbäume entlasten?

Die Wichtigkeit des Kautschuks als Rohstoff bringt Unternehmen seit langem dazu, nach alternativen Bezugsmöglichkeiten zu forschen – zum Beispiel Löwenzahn: der milchige, weiße Saft des Asphaltdurchbrechers und Wünscheerfüllers bewies sich als umweltfreundliche Möglichkeit, die Kautschukbäume immerhin in einigen Fällen ein wenig zu entlasten.

Der Saft der Pflanze ist Latex, welcher dringend zur Kautschukherstellung benötigt wird. Der deutsche Reifenkonzern Continental ist auf diesem Forschungsgebiet einer der Vorreiter. Er eröffnete Ende 2018 das erste deutsche Forschungs- und Versuchslabor für die Kautschuksimulation aus Löwenzahn.

Nach dem leisen „Heureka!“ über die ersten Erkenntnisse stellten sich schnell die ersten Fragen und Hürden in den Weg. Kenntnisse über die Schädlings- und Krankheitsresistenz müssen erworben werden, sowie eine sinnvolle Weiterverwertung jenes Teils der Pflanze (85-90%), der nicht zur Kautschukproduktion verwendet werden kann. Problematisch ist auch, dass sich die Pollen des Löwenzahns unkontrolliert über den Wind ausbreiten, was eine landwirtschaftliche und ökonomische Nutzung stark beeinträchtigt.


Kautschukbäume müssen noch durchhalten

Schätzungen, wann Löwenzahn als Kautschukbaumersatz bestaunt werden kann, liegen bei fünfzehn bis zwanzig Jahren. Das Problem ist noch lange nicht gelöst, die Suche nach Entlastungsmöglichkeiten geht weiter. Zum Glück sind die Kautschukbäume noch lange nicht aus der Puste und werden so oder so „ihren Baum stehen“. Es ist ein weiteres Zeichen, wenn nicht gar Auftrag für die TIMBERFARM GmbH, ihren Weg in Panama weiterzugehen und in Zukunft den Anbau der Kautschukplantagen noch weiter zu intensivieren.